Ein Werkzeug verändert sich grundlegend
Wer heute eine Google-Suche startet findet anstelle von zehn Links eine fertige Zusammenfassung des Suchergebnisses ganz oben, generiert von Google AI Overviews. Der KI-Modus von Google ist, wie bereits viele andere KI-Systeme, gespeist aus einer Vielzahl an Quellen, die der Nutzer selbst eher selten aufrufen wird. Die Einführung des AI-Modes ist allerdings kein „kosmetisches“ Update, sondern ein Paradigmenwechsel, der die Art, wie Unternehmen im Netz gefunden werden, fundamental verändert.
Google selbst spricht vom größten Upgrade der vergangenen 25 Jahre. Die Zahlen geben diesem Anspruch recht: Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage aus 2025 nutzen bereits 50% der deutschen Internetnutzer KI-Chats zumindest gelegentlich statt klassischer Suchmaschinen, während Google laut einer Studie zum Suchverhalten im Internet 2026 gleichzeitig für 84% der Nutzer der Ausgangspunkt für Recherchen bleibt. Beides schließt sich nicht aus, sondern zeigt, dass Google nicht verschwindet, aber grundlegend anders genutzt wird als noch vor wenigen Jahren.
Wie wir hier gelandet sind
Die Entwicklung der Suche lässt sich gut nachvollziehen, wenn man sie in Phasen denkt. In den frühen 2010er Jahren dominierte ein technisches Bild von SEO: Wer die richtigen Keywords in seinen Texten verwendet und genug Backlinks sammelt, rankt weit oben. Nutzerintention spielt dabei kaum eine Rolle und Inhaltsqualität wird nur bedingt berücksichtigt.
Eine erste Veränderung ergab sich mit den Algorithmus-Updates rund um Hummingbird und RankBrain ab 2013: Google liest zukünftig nicht mehr nur bloße Worte, sondern versteht nun auch die Bedeutung dahinter. Auf Fragen wie „günstige Hotels Ostsee August“ liefert Google intuitive Ergebnisse, ohne die genaue Wortwahl auf der Zielseite herauszulesen. Gleichzeitig werden Suchen auf Google zunehmend mobil mittels Smartphones getätigt. Ab 2016 führt diese Wandlung zum Mobile-First-Index: Wer keine sauber funktionierende mobile Version vorweisen kann, verliert SEO-Sichtbarkeit. Ab 2020 rückt zusätzlich E-E-A-T in den Vordergrund (Expertise, Erfahrung, Autorität und Vertrauenswürdigkeit). Google bewertet Inhalte danach, ob hinter ihnen erkennbar kompetente Autoren und glaubwürdige Quellen stehen. Gut gemeinte, aber dünn belegte Texte hingegen verlieren an Sichtbarkeit. Und 2023 hat die KI-gestützte Search Generative Experience (SGE) zum ersten Mal seit der Existenz von Google die Suchoberfläche selbst maßgeblich verändert: Antworten erscheinen jetzt zusammengefasst noch vor den eigentlichen Suchergebnissen.
Was Google AI Overviews für die Sichtbarkeit bedeuten
AI Overviews, wie Google seine KI-Antwortboxen nennt, funktionieren nach einer einfachen Logik: Das System liest sich durch viele Quellen, destilliert daraus eine Antwort und zeigt diese direkt auf der Suchergebnisseite an. Die Quellen werden verlinkt, aber kaum noch angeklickt. Eye-Tracking-Studien zeigen, dass Nutzer auf der KI-Antwort verweilen und die darunter liegenden organischen Ergebnisse seltener erreichen als früher.
Für Unternehmen bedeutet das doppelter Druck: Der organische Traffic aus klassischen Suchergebnissen sinkt, weil ein Teil der Nutzer bereits auf der Suchergebnisseite eine Antwort erhalten. Das „Durchklicken“, bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erscheint fällt dadurch immer mehr weg. Zudem entsteht eine neue Form der Sichtbarkeit, denn in einer KI-Antwort zitiert zu werden ist wertvoller, als auf Platz sieben zu ranken. Wer als Quelle in einem AI Overview erscheint, wird als Autorität wahrgenommen, auch wenn der Nutzer nie auf den Link klickt.
Dieser neue Mechanismus hat einen eigenen Begriff bekommen: Generative Engine Optimization, kurz GEO. Gemeint ist die Disziplin, Inhalte so zu strukturieren, dass KI-Systeme sie nicht nur finden, sondern korrekt verstehen und in Antworten einbinden. Das gilt nicht nur für Google, sondern ebenso für andere KI-Systeme wie ChatGPT und Perplexity, auf denen B2B-Entscheider zunehmend Recherchen durchführen.
Nutzer wollen Antworten, keine Listen
Was sich neben der Technologie verändert hat, ist die Erwartungshaltung. Suchanfragen werden länger und gesprächsähnlicher. Statt „Loyalty Programm Software“ fragt jemand heute eher „Welche Plattform eignet sich für ein B2B-Händlerprogramm im Automotive-Bereich?“. Die Frage klingt wie eine Unterhaltung und Google behandelt sie auch so.
Gleichzeitig verkürzt sich die Geduld der Nutzer, denn Inhalte, die erst nach langem Scrollen zum Punkt kommen, verlieren. Zudem werden Recherchen auf Seiten, die mit Werbung überladen sind oder deren Inhalte nur zur SEO-Optimierung dienen, ohne wirklich etwas auszusagen, abgebrochen. Die aktuelle Studie zum Suchverhalten 2026 zeigt: Nutzer empfinden Suchergebnisse häufig als überladen und inhaltlich dünn. Wer genau das vermeidet und stattdessen klare, strukturierte Antworten liefert, verschafft sich einen echten Vorteil.
Interessant ist auch, wie Nutzer KI-Tools und klassische Suche kombinieren. Viele starten nach wie vor bei Google, um sich einen Überblick über verfügbare Quellen zu verschaffen, wechseln dann aber in KI-Assistenten, um aus diesen Quellen Präsentationen, Zusammenfassungen oder Handlungspläne abzuleiten. Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen an beiden Touchpoints sichtbar und verständlich vertreten sein.
Was Google AI Overviews für die Content-Strategie bedeutet
Klassisches SEO verliert nicht seine Berechtigung, aber es reicht allein nicht mehr aus. Keywords, Ladezeiten, technische Struktur, all das bleibt relevant. Was sich verändert, ist die Schicht darüber. Inhalte müssen heute für drei Abnehmer gleichzeitig funktionieren: für menschliche Leser, für Googles Ranking-Algorithmus und für KI-Systeme, die Inhalte lesen, interpretieren und in Antworten einbinden.
Das hat konkrete Konsequenzen. Strukturierte Daten nach Schema.org-Standard helfen KI-Systemen, Inhalte korrekt zu kategorisieren. Klare Überschriften, kurze Absätze und präzise Kernaussagen machen es Sprachmodellen leichter, relevante Passagen zu extrahieren. Autoren und Quellen müssen erkennbar sein, weil E-E-A-T-Signale darüber entscheiden, ob ein Inhalt als vertrauenswürdig eingestuft wird. Und Inhalte müssen echte Fragen beantworten, keine allgemeinen Texte liefern, die lediglich den Algorithmus beschäftigen. Themencluster, also strukturierte Inhaltsarchitekturen rund um ein Kernthema, gewinnen in diesem Kontext erheblich an Bedeutung. Sie signalisieren Tiefe und Expertise, zwei Eigenschaften, die sowohl Google als auch KI-Antwortplattformen bevorzugen.
Was das konkret für Unternehmen im B2B bedeutet
B2B-Entscheider recherchieren anders als Endkonsumenten, aber sie recherchieren mehr und tiefer als je zuvor. Wer im Einkauf, in der Geschäftsführung oder im Vertrieb nach einem Loyalty-Programm, einem Incentive-Dienstleister oder einem Partner für Händleraktivierung sucht, landet heute nicht mehr einfach auf einer Angebots-Landingpage. Er recherchiert und vergleicht mithilfe von KI, liest einen Google AI Overviews und prüft dann erst die Webseite des Anbieters.
Für Unternehmen, die in diesem Umfeld als Experten wahrgenommen werden wollen, ist der Aufbau von GEO-Sichtbarkeit heute strategisch genauso wichtig wie klassisches SEO. Wer von KI-Systemen als relevante Quelle erkannt und zitiert wird, sitzt im Bewusstsein potenzieller Kunden, lange bevor der erste Anruf stattfindet.
Über Coloyal
Coloyal zählt zu Europas führenden Anbietern von Kundenbindungs- und Incentive-Lösungen. Der 2019 im Rahmen eines Management-Buy-outs gegründete Dienstleister blickt auf mehr als zehn erfolgreiche Jahre im Bereich Beratung, CRM-Systeme und Prämienmanagement zurück.
Unter dem Claim „Consult. Connect. Reward.“ entwickelt und implementiert Coloyal individuelle, innovative Loyalty-Lösungen in den Bereichen B2B, B2C und B2E. Zu den Kunden aus aller Welt zählen Handelsunternehmen, Flug- und Bahngesellschaften, Finanzdienstleister, Versicherungen und Konsumgüter- sowie Automobilhersteller.
Hilfreiche Fragen zur Entwicklung der Google-Suche im B2B
AI Overviews sind die KI-generierten Antwortboxen, die Google seit 2023 zunehmend prominent auf der Suchergebnisseite platziert. Das System liest sich durch viele Quellen, destilliert daraus eine Antwort und zeigt diese direkt an, ohne dass der Nutzer auf eine Website klicken muss. Für Unternehmen bedeutet das zweierlei: Der organische Zugriff auf klassische Suchergebnisse sinkt, weil ein Teil der Nutzer ihre Frage bereits auf der Suchergebnisseite beantwortet bekommt. Gleichzeitig entsteht eine neue Form der Sichtbarkeit: Als Quelle in einem AI Overview zitiert zu werden ist wertvoller als ein Platz auf Seite zwei.
GEO steht für Generative Engine Optimization und bezeichnet die Disziplin, Inhalte so zu strukturieren, dass KI-Systeme sie nicht nur finden, sondern korrekt verstehen und in Antworten einbinden. Klassisches SEO optimiert primär für den Google-Algorithmus und menschliche Leser. GEO denkt einen dritten Abnehmer mit: Sprachmodelle oder Googles eigene KI, die Inhalte lesen, interpretieren und als Quellen zitieren. Konkret bedeutet das: klare Struktur, präzise Kernaussagen am Anfang jedes Abschnitts, strukturierte Daten nach Schema.org-Standard und erkennbare Autorenschaft.
Ja, aber die Art der Nutzung verändert sich. Google bleibt für 84 Prozent der Nutzer die erste Anlaufstelle für Recherchen. Gleichzeitig nutzen bereits 50 Prozent der deutschen Internetnutzer KI-Chats zumindest gelegentlich als Alternative. Im B2B-Kontext bedeutet das: Entscheider starten häufig noch bei Google, wechseln dann aber in KI-Assistenten, um aus den gefundenen Quellen Zusammenfassungen, Vergleiche oder Entscheidungsgrundlagen abzuleiten. Wer an beiden Touchpoints sichtbar ist, hat einen klaren Vorteil gegenüber Anbietern, die nur einen davon bespielen.
E-E-A-T steht für Expertise, Erfahrung, Autorität und Vertrauenswürdigkeit, vier Signale, nach denen Google Inhalte bewertet. Im B2B-Kontext ist das besonders relevant, weil Entscheider Inhalte von Anbietern kritischer lesen als Konsumenten. Texte ohne erkennbare Fachkompetenz, ohne belegte Aussagen und ohne identifizierbare Autoren verlieren gegenüber solchen, die klar zeigen, wer hinter dem Inhalt steht und auf welcher Erfahrungsgrundlage er basiert. Konkrete Referenzen, nachgewiesene Projekterfahrung und benannte Autoren sind deshalb keine redaktionellen Extras, sondern Rankingfaktoren.
Suchanfragen werden länger und gesprächsähnlicher. Statt „Loyalty Programm Software“ fragt jemand heute eher „Welche Plattform eignet sich für ein B2B-Händlerprogramm im Automotive-Bereich?“. Gleichzeitig nutzen B2B-Einkäufer zunehmend LinkedIn, KI-generierte Inhalte und KI-Chatbots zur Lieferantenrecherche, noch vor klassischen Empfehlungen von Branchenexperten. Wer als Anbieter in diesen Kanälen nicht mit substanziellen Inhalten präsent ist, wird in der frühen Recherchephase schlicht nicht wahrgenommen.
Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was antworten KI-Systeme wie ChatGPT oder Perplexity, wenn jemand nach einem Anbieter in der eigenen Branche sucht? Taucht das eigene Unternehmen auf und wenn ja, mit welchen Inhalten? Darauf aufbauend geht es darum, Inhalte so zu strukturieren, dass KI-Systeme sie als verlässliche Quellen erkennen. Das bedeutet: konkrete, belegte Aussagen statt allgemeiner Texte, klare Überschriften, die als eigenständige Suchanfragen funktionieren, und eine erkennbare thematische Tiefe, die Expertise signalisiert. Themenbezogene Inhaltsarchitekturen, also ein zentraler Hauptartikel mit mehreren vertiefenden Beiträgen zu einem Thema, sind dabei besonders wirksam.
In vielen Fällen nicht. Texte, die primär für Suchmaschinen optimiert wurden, also keyword-dicht, aber inhaltlich dünn, werden von KI-Systemen nicht als verlässliche Quellen eingestuft. Was zählt, ist inhaltliche Substanz: Beantworten die Texte echte Fragen, die potenzielle Kunden stellen? Sind Aussagen belegt? Ist erkennbar, wer die Inhalte verantwortet und auf welcher Grundlage? Wer seine bestehenden Inhalte an diesen Kriterien misst, findet meist schnell, wo Anpassungsbedarf besteht.
Deutlich länger als klassische SEO-Maßnahmen. KI-Systeme aktualisieren ihre Wissensbasis nicht in Echtzeit und Sichtbarkeit in KI-Antworten baut sich über Zeit auf, ähnlich wie Autorität in der klassischen Suche. Wer heute anfängt, substanzielle, gut strukturierte Inhalte zu publizieren, legt den Grundstein für Sichtbarkeit in zwölf bis achtzehn Monaten. Wer wartet, holt später unter höherem Aufwand auf.

